Nächste kweercare soirée
++
Mentale Gesundheit ist Care-Arbeit
++
++
Kaserne Basel
++
mit Auftritt von Mona Gamie
++
Damit queere Geschichte einen Ort hat

Am 20. August 2026 wurde auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich das erste Queer Memorial der Schweiz feierlich eingeweiht. Es erinnert an Menschen, die aufgrund queerfeindlicher Diskriminierung, Gewalt oder gesellschaftlicher Ausgrenzung ihr Leben verloren haben. Zugleich würdigt es all jene, die sich für die Rechte, die Sichtbarkeit und das Wohlergehen queerer Menschen eingesetzt haben und weiterhin einsetzen.
Damit erhält queere Geschichte einen dauerhaften Ort im öffentlichen Raum.
Gemeinsam aus der Community entstanden
Gestaltet wurde das Memorial von Judith Schröter und Regine Brandt. In einem partizipativen Prozess arbeiteten rund 20 Menschen aus verschiedenen queeren Communitys an seiner Entstehung mit.
Aus einer Säule aus Bollinger Sandstein entstand ein farbiges und vielschichtiges Zeichen: Mehr als 100 kreisrunde Vertiefungen wurden in den Stein gearbeitet und mit farbigem Mörtel gefüllt. Jeder Kreis ist eigenständig – gemeinsam formen sie ein Bild von Vielfalt, Verbundenheit und gelebter Individualität.
Das Memorial befindet sich in unmittelbarer Nähe des Regenbogengrabfeldes auf dem Friedhof Sihlfeld. So entsteht ein Ort, an dem Abschied, Erinnerung und queere Lebensrealitäten miteinander verbunden sind.
Erinnern ist eine Form von Care
Queere Biografien wurden über Generationen verschwiegen, umgedeutet oder aus dem kollektiven Gedächtnis ausgeschlossen. Beziehungen blieben ohne Namen, Wahlfamilien ohne Anerkennung und Verluste ohne einen sichtbaren Ort der Trauer.
Das Queer Memorial setzt dieser Unsichtbarkeit etwas Bleibendes entgegen.
Für kweercare beginnt Care dort, wo Menschen mit ihrer Geschichte, ihren Beziehungen und ihrer Identität wahrgenommen werden. Das gilt im Alltag ebenso wie in Krankheit, Pflege, Palliative Care und am Lebensende. Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch die Gewissheit, dass die eigene Biografie nicht mit dem Tod verschwindet.
Das Queer Memorial erinnert deshalb nicht nur an die Vergangenheit. Es stellt auch eine Frage an die Gegenwart: Wie schaffen wir Strukturen, in denen queere Menschen bis zuletzt als die Person gesehen und anerkannt werden, die sie sind?
Mit dem neuen Erinnerungsort in Zürich ist ein wichtiges Zeichen entstanden – gegen das Vergessen und für eine Zukunft, in der queere Leben, Beziehungen und Geschichten selbstverständlich ihren Platz haben.
Stimmen zur Eröffnung
An der Einweihungsfeier sprachen Raphael Golta, Zürcher Stadtpräsident, Joh von Felten aus der früheren Geschäftsleitung der Milchjugend und heute Board Member von IGLYO, sowie Mona Gamie. Mit Barbara Bosshard und Dominik Steinacher stehen zugleich für zwei der Organisationen, die das Projekt gemeinsam tragen: queerAltern Zürich und HAZ – Queer Zürich. Ebenfalls beteiligt ist die HIV-Aidsseelsorge der katholischen Kirche im Kanton Zürich.
Musikalisch begleitet wurde die Feier vom Chor Rosa und von In Motion. Auch die beiden Gestalterinnen Judith Schröter und Regine Brandt waren bei der Einweihung anwesend.
Die unterschiedlichen Stimmen machten deutlich, wofür das Memorial steht: für das Gedenken an Menschen, die durch Queerfeindlichkeit, Gewalt und Ausgrenzung verloren gingen – und für die Würdigung all jener, die sich mit Mut und Beharrlichkeit für queere Rechte, Sichtbarkeit und Gemeinschaft eingesetzt haben.
Mehr über das Queer Memorial und Eindrücke von der Einweihung
Von Zürich nach Basel: Mona Gamie bei der nächsten kweercare soirée
Eine direkte Verbindung führt vom Queer Memorial in Zürich zu unserer nächsten kweercare soirée in Basel: Tobias Urech, aka Mona Gamie, sprach an der Einweihungsfeier auf dem Friedhof Sihlfeld. Am 22. September ist Mona Gamie bei kweercare mit einem musikalischen Streifzug zwischen Chanson und Pop zu erleben – ein Hauch Nostalgie, viel Gefühl und queere Geschichten zum Zuhören.
kweercare soirée #3 – Mentale Gesundheit ist Care-Arbeit
Dienstag, 22. September 2026 um 19:00 Uhr
Kaserne Basel, Rossstall 2
Klybeckstrasse 1b, 4057 Basel
Queere Menschen sind überdurchschnittlich von psychischen Belastungen betroffen. Gleichzeitig kann Community Schutz, Zugehörigkeit und Halt geben. Bei der dritten kweercare soirée sprechen wir darüber, was queere Community für die seelische Gesundheit leisten kann – und welche Verantwortung Gesellschaft und Gesundheitssystem tragen.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion lädt Mona Gamie zu einer Live Listening Session ein, in der Musik, Erinnerungen und queere Geschichten Raum erhalten.
Eintritt frei – Kollekte erwünscht
Die Podiumsdiskussion findet auf Deutsch statt.
Der Rossstall ist barrierefrei erreichbar.
In Zusammenarbeit mit ZischBar Spezial.
Unterstützt vom Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt.

