Nächste kweercare soirée
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Palliative Care - Bis zuletzt ich selbst
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Literaturhaus Basel
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Bis zuletzt sichtbar: Forschung zu queerer Palliative Care in der Schweiz

Eine Lücke, die sich in Zahlen zeigt
Das Forschungsteam um Claudia Gamondi (CHUV / Universität Lausanne) hat zuerst zusammengetragen, was über queere Menschen in Palliative Care in der Schweiz bereits bekannt ist. Übrig blieb erstaunlich wenig. Von 454 möglichen Quellen erfüllten 35 die Kriterien, und nur drei davon waren wissenschaftlich begutachtete Publikationen. Der Rest bestand aus Berichten, Abschlussarbeiten, Zeitungsartikeln und Podiumsaufzeichnungen.
Was diese Quellen trotzdem zeigen, ist deutlich. Ältere queere Menschen leben häufiger mit chronischen Erkrankungen und fürchten Diskriminierung, was ihren Zugang zur Versorgung erschwert. Laut einer Studie im Auftrag des BAG hat gut ein Viertel der befragten LGBT-Personen im Gesundheitswesen Diskriminierung erlebt, und 16 Prozent haben medizinische Leistungen deshalb ganz gemieden. Viele stützen sich auf Wahlfamilien: Freund*innen, Partner*innen, Ex-Partner*innen. Am Lebensende stellt das die Versorgung vor Fragen: Wer darf begleiten, wer entscheidet mit? Fachpersonen fühlen sich darauf oft zu wenig vorbereitet. Gute Initiativen gibt es, aber sie sind verstreut.
Forschen mit den Menschen, um die es geht
TRUST-PALL steht für Tailoring Respectful and Understanding SupporT for LGBTIQ+ Individuals in PALLiative and end-of-life contexts. Das Projekt ist Teil des Nationalen Forschungsprogramms «Gendermedizin und Gendergesundheit» (NFP 83) des Schweizerischen Nationalfonds. Es arbeitet mit dem Ansatz der partizipativen Aktionsforschung. Das heisst, queere Menschen, ihre (Wahl-)Familien und Fachpersonen erarbeiten gemeinsam Wissen und konkrete Massnahmen. Das Ziel ist eine Palliativversorgung, der LGBTIQ+ Menschen vertrauen können. Das Projekt ist viersprachig angelegt (Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch).
Warum uns das bewegt
Gute Care beginnt dort, wo ein Mensch mit seiner ganzen Biografie wahrgenommen wird. Am Lebensende ist das am wichtigsten und gleichzeitig am verletzlichsten. Dort entscheidet sich, ob die Person, die jahrzehntelang an jemandes Seite war, als Familie gilt. Dort zeigt sich auch, ob jemand den eigenen Namen, das eigene Geschlecht und die eigene Geschichte noch einmal erklären muss.
Genau darüber sprechen wir an der nächsten kweercare soirée: «Palliative Care – Bis zuletzt: ich selbst», im Rahmen der Palliativ-Woche beider Basel. Literaturhaus Basel, Samstag, 31. Oktober, 16 h anschliessend Listening Session mit Les Reines Prochaines
Projektseite, Flyer und Kontakt zum Forschungsteam: linktr.ee/trustpall
Die Übersichtsstudie ist frei zugänglich: BMC Palliative Care, 2025
kweercare Soirée kweercare soirée #4 _ Palliative Care - Bis zuletzt ich selbst
Literaturhaus Basel
Barfüssergasse 3, Basel


